Die amerikanischen Winterauktionen bringen starke Preise für Tiffany. Eine traditionell amerikanische Sammlerschaft bekommt dabei verstärkt Konkurrenz aus Europa, Russland, dem Fernen Osten und Südamerika.
Das Angebot für Glas aus den Tiffany-Studios ist wieder stark
Auch der Markt für Glasarbeiten aus den Tiffany-Studios sei sehr, sehr stark, bestätigte der New Yorker Händler Lloyd Macklowe. Davon profitierte das im Dezember stets reichhaltige Tiffany-Angebot bei Christensen und Sothebys, das auf lange nicht gesehene 120 Objekte anschwoll. Bei einer guten Zuschlagsrate von durchschnittlich 84 Prozent nach Losen brachte Christie?s Tiffany-Segment am 8.12. allein 6,9 Mio. Dollar von insgesamt eingehämmerten 15,5 Mio. Dollar. Eine traditionell amerikanische Sammlerschaft sieht nun Konkurrenz aus Europa, Russland, dem Fernen Osten und Südamerika. Aber zu hoch getaxte oder mediokre Ware ging auch jetzt zurück.
Bei zehn Lampen setzte Christensen auf die Zugkraft des Namens Gluck. Die in den 70er-Jahren von den Immobilieninvestoren Eugene und Eleanor Gluck angelegte Tiffany-Sammlung sorgte 1979 mit dem unerhörten Verkaufspreis von über 100 000 Dollar für eine Sensation. Jetzt führte ihre "Elaborate Peony", eine der besten Tiffany-Lampen, zu 1,5 Mio. Dollar die Woche an. Die Tischlampe "Trumpet Creeper" ging zu 794 500 Dollar auch in eine amerikanische Sammlung.
In Sothebys kleinerer Auswahl am 17.12. traf die "Goldregen" -Tischleuchte zu 422 500 Dollar mitten in die Erwartungen, und die nicht leicht zu vermittelnde, in nur fünf Exemplaren existierende Tischleuchte "Salamander" brachte 362 500 Dollar ein.
Äußerst erfolgreich reagierte Christensen auf die stetig gewachsene Nachfrage nach Bronzetieren und-möbeln von Claude und François-Xavier Lalanne. Eine amerikanische Sammlung von 52 Objekten wurde bis auf zwei zu hervorragenden Preisen abgesetzt. Sie brachten die neun höchsten Preise unter den 122 Zuschlägen, nur getoppt von einem Beistelltisch des Turiner Exzentrikers Carlo Mollina . Mit 602 500 Dollar verdoppelte er fast die Taxe. Seit dem spektakulären Februar-Rekord in der St. Laurent/Bergé-Auktion ist Verknappung das Stichwort für Lalanne. Einen zusätzlichen PR-Schub besorgten die im Herbst vom Galeristen Paul Kasmin entlang der Park Avenue ausgestellten zwölf Lalanne-Skulpturen. |